Affirmationen sind Einreden, Sätze, die ich mir einrede – die können hilfreich oder auch einschränkend sein.

Ich bin mir sicher, jeder kennt einschränkende Sätze:

  • Am Ende bin immer ich der Depp
  • Ich darf nicht herausragen
  • Ich muss es recht machen
  • Ich muss gehorchen
  • Ich muss tun, was man mir sagt
  • Ich ziehe immer den Kürzeren
  • Niemand unterstützt mich
  • So wie ich ausschaue, kann ich keine Fotosession machen – obwohl ich soviel Lust darauf hätte
  • Das Leben ist kein Ponyhof
  • Ich bin ein unordentlicher Chaot
  • Das schaffe ich nie!
  • Ich bin zu nichts zu gebrauchen
  • Menschen mögen mich nur, wenn ich gut drauf bin

Das kannst Du Dir selbst so sagen.

Genügend Menschen tun das ja auch.
Aber: Das sind Einreden.

Ja: Das ist kein Verschreiber, Einreden, nicht Ausreden – auch wenn die bei anderen manchmal so ankommen…

Oder eben, in NLP-Sprechweise,

Affirmationen.

Der Begriff der „Einrede“ stammt aus der Tradition der „Wüstenväter“, der Mönche, die sich im 4./5. Jahrhundert in die ägyptische Wüste zurückzogen und als Einsiedler lebten. Ihre Lebenspraxis war geprägt vom immerwährenden – kontemplativen – Gebet, der Schriftlesung und der körperlichen Arbeit. Sie waren die „ersten“ geistlichen Begleiter der christlichen Kirchengeschichte – und gaben so ihr Wissen auch weiter.

Die Wüstenväter wussten um die Kraft der Gedanken und Einreden und um den konstruktiven Umgang mit dem, was Menschen so durch Herz und Hirn geht.

Eine ihrer Übungen war es z.B. sich selbst laut biblische Sätze vorzusprechen, immer und immer wieder. Da stehen die Wüstenväter klar in der Tradition der hebräischen Bibel, die ja mahnt, die Weisungen beständig vor Augen zu haben und sie Tag und Nacht zu bedenken – übrigens: Leise lesen ist eine Erfindung des Mittelalters!
Immer wieder den gleichen Satz sich selbst gesagt. Das ist auch eine Einrede – eine bewusste!

Und wie so oft, nimmt NLP die Perlen der Geistesgeschichte auf und gibt ihnen einen neuen Namen: Diese Methode der Einreden heißt im NLP „Affirmationen“ und meint in Kurzfassung eigentlich nichts anderes als:

Versuche mal, Dir andere Sätze einzureden.

Solche Sätze können sein:

  • So wie ich bin, bin ich genau richtig
  • So wie ich das mache,
    mache ich das richtig
  • Ich bin der Ausdruck der göttlichen Schönheit
  • Ich darf aus der Reihe tanzen
  • Ich darf mich gegen etwas entscheiden, auch wenn andere meinen, dass DAS doch DIE CHANCE schlechthin wäre
  • Ich darf mich anderen zumuten
  • Ich darf meine Leistung voll und ganz und guten Gewissens in den Vordergrund stellen
  • Ich darf die Sanftheit des Tiefstatus geniesen
  • Ich werde gemocht, wenn ich schlechte Laune habe oder schlecht drauf bin
  • Ich geniese den Hochstatus und zeige, dass ich erfolgreich bin
  • Das Leben ist schön

Und natürlich macht es viel Sinn, dass Du DEINEN eigenen Satz findest, der Dir zur Einrede wird! Finde Affirmationen, Sätze, die Dein Leben reicher und strahlender machen – und entscheide Dich für den Satz, der Dich am meisten aufregt.

Ob das wirklich funktioniert? Na ja – Einreden funktionieren so oder so – zum Förderlichen und zum Hinderlichen. Wir Menschen gebrauchen sie ja tagtäglich – da kann man ja mal ausprobieren, was geschieht, wenn man sich die Welt bewusst so denkt, wie man sie gerne haben möchte…

Wenn du Lust hast, das auszuprobieren, schlage ich Dir diese Übung vor:

Finde lebensbejahende Sätze, die Du Dir immer wieder sagen kannst, Geschichten, die Du Dir selbst immer wieder erzählst und die Du auch in die Konstruktion Deiner Lebensgeschichte einbauen kannst, die Du beginnst zu glauben und die dann irgendwann einmal Dein Handeln leiten werden.

1. Formuliere solche Sätze – gehe dabei vor wie bei einer Zielformulierung:
– vermeide Verneinungen und das Wort „nicht“
– setze das Verb in die Gegenwartsform
– achte darauf, dass der Satz kurz und griffig ist und eine gute Wortmelodie hat
Dieser Satz darf am Anfang auch ein bisschen picksen, Dich berühren und ergreifen… Affirmationen dürfen Dich auch erst mal verunsichern und ärgern – Du hast jede Menge Zeit, Dich mit ihr anzufreunden…

Inszeniere diesen Satz, nuschle ihn nicht nur vor Dich hin sondern lass ihn auf die Bühne: Sprich ihn laut und deutlich, mit viel Stimme und Ausdruck – hin zu Deinem Inneren Team, dem Publikum, das da gerade sehr neugierig ist, was Du da machst und was das für die einzelnen Teammitglieder bedeutet! Verändere die Tonalität so lange, bis Du selbst ein bisschen Gänsehaut bekommst – nimm Dich mit Deinem Smartphone auf und hör Dir selbst immer wieder zu.

2. Visualisiere Dir Situationen, in denen dieser Satz sowieso schon stimmt: Reihe diese Situationen wie kleine Sequenzen zu einem „großen“ Film aneinander

3. Gestalte Dir ein Canva mit diesem Satz und platziere ihn dort, wo Du es brauchen kannst: An der Pinnwand, als Bildschirmschoner oder als Startbild auf Deinem Handy! Steck ihn Dir hinter den Spiegel – so hieß das früher… Denn: Affirmationen sind keine neue Erfindung!

Dieser neue Satz ist genauso wahr wie die gewohnten Denkweisen über Dich und die Welt – aber sie sind halt noch jung und zart, brauchen Zuwendung und Pflege, damit aus den minikleinen Trampelpfaden in Deinem Gehirn große Autobahnen werden können:

4. Denke den Satz immer wieder!
Sprich ihn laut vor Dich hin (vielleicht besser, wenn Du alleine bist…), verwende ihn in alltäglichen Gesprächen wie zufällig (glaub mir: Das wird kaum jemand bemerken) und murmle ihn routinemäßig bei wiederkehrenden aufgaben – lass ihn zu DEINER Wahrheit werden.
Handle so, als ob er bereits wahr wäre – schau Dir regelmäßig Deinen Inneren Film an: Da siehst Du! Er stimmt ja schon!

Und hier noch ein paar Ideen, wie sich dieser neuen Satz in deinem Leben breit machen kann:
– Finde ein Kürzel für diesen Satz und mach daraus Dein Passwort für den Rechner: Das kann z.B. „Ja!“ sein oder „ibdAdgS!“
– Verbinde den Satz mit einer Körpergeste – übe zunächst Satz und Geste bewusst, lass dann die Geste immer öfter wie von selbst geschehen

Übe mit Deinem Satz bis Du im Außen Effekte entdecken kannst – und das dauert wahrscheinlich ein bisschen länger als Du es für logisch hältst… Und: Finde keine Ausreden dafür, die Einreden bleiben zu lassen…

Affirmationen: lebensbejahende Einreden
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2 Gedanken zu „Affirmationen: lebensbejahende Einreden

  • 3. Oktober 2017 um 22:20
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    Ich durfte die Beta-Version des Kurses testen und kann ihn uneingeschränkt empfehlen.
    Gutverständliche Wissensvermittlung, spielerische Übungen, eigne Erfahrungen und viel Spaß haben mir den Kurs leicht gemacht. Dazu kommt als besonderes Plus das feed-back zu den eingereichten Aufgaben: humorvoll, treffend, knapp aber empathisch und hilfreich. Es ist zu spüren, dass hier ein Mensch wirklich Herzblut , Energie und eine Menge Wissen eingearbeitet hat und es immer wieder tut.
    Ich habe diese Art des Begleitet-Werdens sehr genossen und anfangs richtig vermisst.

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    • 6. Oktober 2017 um 14:11
      Permalink

      Liebe Bettina, ich freu mich, dass der lus.t-Kurs für Dich so genussvoll war! Danke Dir für Dein Feedback!
      Ich habe gestern die Teilnehmer/innenbestätigungen layoutet und war selbst sehr überrascht, wie umfassend und zugleich leicht und – ja – lustvoll dieser Kurs geworden ist 🙂 Hatte ja aber auch einfach sehr sehr gute und engagierte Beta-Tester!

      Antworten

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