Wenn-Dann-Konstruktionen legen mein Weltbild fest. Durch ein Bedeutungs-Reframing kann ich dieses Weltbild weicher machen und damit flexibler werden in meinen Denk- und Verhaltensweisen!

„Wenn ich zu einem meeting nicht eingeladen werde, dann bedeutet das, dass meine Kompetenz nicht geachtet wird (und ich werde ärgerlich)“

„Wenn mir jemand in meine Präsentation rein quatscht, bedeutet das, dass er mich stört (und ich muss ihn zurecht weisen…)

„Wenn ich einen Bericht abgeben muss, dann bedeutet das Stress für mich (und ich gerate in Panik…)

Mit solchen Aussagen wird ein kausaler Zusammenhang zwischen dem einen (x) und dem anderen (y) unterstellt: Wenn x (Inhalt), dann y (Bedeutung). Dem x wird eine bestimmte Bedeutung zugewiesen, aus der dann zwangsläufig mein Verhalten/mein emotionaler Zustand folgen „muss“:

„Wenn (….), dann bedeutet das (…)

Oder auch nur:

„Wenn (…), dann (…)

Denn oft lassen wir in den Aussagen, die wir treffen, die Bedeutungszuweisung weg:

„Wenn ich nicht eingeladen werde, dann ärgere ich mich…“

„Wenn mir jemand reinquatscht, dann muss ich ihn zurecht weisen“

„Wenn ich einen Bericht abgeben muss, gerate ich in Panik“

Das ist nicht „schlecht“! Solche Denk- und Verhaltensweisen sind sinnvoll (sonst gäbe es sie nicht!) und es ist gut, zu ergründen, welchen Sinn sie haben und welchen Gewinn sie bringen. Aber sie sind nur ein Teil der Realität: für sich allein genommen, schränken sie mich in meinem Verhalten und meinen Möglichkeiten ein! Die Realität wird durch solche Sätze beschnitten. Es ist gut, viele verschiedene Möglichkeiten zu haben, mich zu verhalten – und viele verschiedene Perspektiven auf eine Situation haben zu können!

Die ursprüngliche Denkweise, den „wenn – dann“-Satz, darf ich ruhig behalten – denn: Er hat ja einen Sinn! In einem ganz bestimmten Kontext und lebensgeschichtlich früher ganz sicher einmal ist dieser Satz nicht nur richtig, sondern auch wichtig! Und es könnte dennoch auch ganz anders sein – jetzt und hier und in der Zukunft muss dieser Satz nicht gelten.

Es geht darum, die Zwangsläufigkeit und die einengende Beschränkung aufzuheben: Die Welt ist vielfältig und der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann!

Es ist sinnvoll, inne zu halten und zu prüfen, ob ich für „x“ nicht noch mehr „y“, für etwas, das geschieht, nicht noch mehr (mögliche) Bedeutungen finde. Und dann kann es sein, dass sich dann mein Verhalten in dieser Situation verändert.

Das Bedeutungsreframing weist dem x eine andere/neue Bedeutung zu, x wird in einen neuen Rahmen gestellt.

Die Frage ist: Gibt es einen anderen Rahmen, in dem dieses x eine andere Bedeutung hätte?

Dazu ist es gut, die Wahrnehmungsposition zu verändern – und ganz ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen!

Bedeutungsreframing
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