Metaprogramme erzählen davon, wie ein Mensch Informationen verarbeitet und was ihn motiviert.

In seinem Kern ist jedes Metaprogramm ein Cluster an Glaubenssätzen, das ‚hinter‘ dem konkreten Verhalten in einer Situation steht. Das lässt ein Verhalten „typisch“ erscheinen, wenn es in Wirklichkeit nur scheinbar typisch sondern vielmehr sehr individuell und kontext-/situationsbezogen ist.

Der Einfachkeit halber tun wir so, als gäbe es Metaprogramme in extremer Reinform: Sie bilden die Pole einer Skala, auf der sich menschliches Wahrnehmen, Denken und Verhalten in einer konkreten Situation einordnen lässt. Das Ziel ist es, eine dynamische Balance zwischen diesen Polen zu finden: situations- und zielabhängig!

Solche Pole sind zum Beispiel:20150424_192333

Überblick – Detail

Was brauche ich, um zufrieden und sicher handeln zu können: den Überblick über das große Ganze, das Ziel einer Sache –  oder die genauen Details der Aufgabe?

Das Metaprogramm „Detail“ fragt nach dem „genau“ – grobe Überblicksinformationen oder das Finden eines Roten Fadens sind hier nicht so gut möglich. „Small Chunker“ sehen manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht“. Die Sprache ist exakt, spezifisch und schildert Einzelschritte, die detailgenaue Darstellung einer Sache wird wieder von Anfang an aufgenommen, falls sie unterbrochen werden sollte.

Das Metaprogramm „Überblick“ sucht den Gesamtplan und kann gut große Visionen entwerfen. Holzschnittartige Verallgemeinerungen sind hier üblich, die Übersetzung in die notwendigen „kleinen Schritte“ zur Umsetzung fällt hier eher schwer. „Ach hier sind ja auch Bäume – ich dachte, das wäre nur ein Wald“ – so könnte es einem „Big Chunker“ vielleicht schon passieren… Die Sprache ist meist von einem hohen Abstraktionsniveau geprägt, die „im Allgemeinen“ „das Wesentliche“ zu einem Gesamtbild formt.

 Selbst – Andere 

Internal – External

Woher weiß ich, dass das was ich tue und denke richtig ist? Nach welchen Kriterien entscheide ich mich?

Das Metaprogramm „internale Referenz“ schaut auf die eigenen Werte und kümmert sich eher weniger umdie Beurteilung einer Sache von Außen durch Andere. Eigene Erfahrungen und Überzeugungen sind der entscheidende Maßstab. Hier sind Lob, Feedback und auch Arbeitsanweisungen eher unverbindliche Empfehlungen, über deren Gültigkeit immer wieder neu entschieden wird. Wenn aus Fehlern gelernt wird – dann aus selbst gemachten: Dieses Metaprogramm setzt die Verantwortung für das Handeln klar auf die handelnde Person fest – und fordert dafür auch Anerkennung ein! Entscheidungen werden mitgeteilt, nicht gemeinsam besprochen!

Das Metaprogramm „externale Referenz“ braucht das Feedback der Umwelt und fragt nach der Einschätzung der Anderen. Das was passiert kann gut akzeptiert werden, vieles ist „Glück“ oder „Pech“ – die Verantwortung dafür liegt bei Anderen. Dieses Metaprogramm kann sich gut an die Umwelt anpassen, akzeptiert Führung und Regeln und kann gut die Strukturen der Umwelt analysieren. Das „sich wohlfühlen“ ist stark abhängig von der Qualität der Beziehungen zu anderen Menschen.

Proaktiv – Reaktiv  

Wie stehe ich meiner Welt gegenüber: Gehe ich aktiv auf Aufgaben zu und gestalte die Welt, so wie ich das mag – oder reagiere ich eher auf das, was passiert, was andere tun?

Das Metaprogramm „proaktiv“ gestaltet und macht. Hier ist viel Initiative, hier werden Projekte energievoll voran getrieben. Geduld und langwierige Diskussionen sind hier nicht gern gesehen. Dieses Programm ist tendenziell zukunftsorientiert.

Das Metaprogramm „reaktiv“ analysiert und kann gut abwarten. Das eigene Handeln wird als Reaktion auf das Verhalten anderer Menschen gesehen und ist so eher vergangenheitsorientiert. Genaues Nachdenken und ein geduldiges Achten auf das, was passiert ist hier stark vertreten.

 Hin zu – Weg von

Was motiviert mich? Will ich hin zu einem Ziel oder weg von einem Problem? 

Das Metaprogramm „hin zu“ weiß, was das Ziel/die Ziele sind und sucht Lösungen. Dadurch ist es eher zukunftsorientiert. Erwartete Belohnungen motivieren, Drohungen sind kontraproduktiv: Dieses Metaprogramm sucht und findet die (visionären) Möglichkeiten in einer Situation – und manchmal fehlt ihm etwas das Problembewusstsein und der Sinn für die Realität.

Das Metaprogramm „weg von“ will Probleme lösen, Unangenehmes vermeiden und Herausforderungen bewältigen: Schwierige Situationen sind die wahren Energielieferanten! In diesem Programm vermeiden Menschen Risiken, analysieren Probleme und finden hervorragend „das Haar in der Suppe“. Oft fehlt dadurch der Blick auf das was gut läuft und auf das Ziel, auf das die Reise hinführt.

Personen – Objekte

Was gefällt Ihnen eigentlich an Ihrer Arbeit?  Die Beziehungen zu anderen Menschen und das gute Gefühl, dass Sie bei Ihrer Arbeit haben – oder die interessanten Aufgaben und die spannenden Inhalte?

Das Metaprogramm „Personen“ nennt Menschen beim Namen, verwendet persönliche Pronomen und erzählt von Menschen, Emotionen und Gefühlen.

Das Metaprogramm „Objekte“ spricht gerne im „man“ und erzählt von Prozessen, Systemen, Ideen und Aufgaben.

Notwendigkeiten – Möglichkeiten

Prozeduren – Optionen

Die Kernfrage hier ist: Soll das Bewährte weiterhin getan werden, dessen Prozeduren genutzt werden und das Notwendige getan werden – oder entwickeln wir neue Möglichkeiten und wählen aus den vielen Optionen das Attraktive aus?

Das Metaprogramm „Notwendigkeiten“ nutzt erprobte Methoden und Strategien und befolgt gerne deren Regeln. So wird das Tagesgeschäft konkret gestaltet und ein vorhandener Plan abgearbeitet. Starke Strukturen ermöglichen das Notwendige zu tun. Improvisation hat hier eher keinen Platz. Dieses Programm will „das Richtige“ tun – und wenn klar ist, was das ist, fühlt der Mensch sich wohl. Schwierig wird es, wenn der (bisherige) „beste Weg“ nicht mehr funktioniert.

Das Metaprogramm „Möglichkeiten“ übertritt Regeln gerne um Neues zu entwickeln und Bestehendes zu verbessern: Es geht immer noch anders! Die Notwendigkeiten des Alltagsgeschäfts treten hinter den vielen Möglichkeiten oftmals zurück – diese innovative Kraft vertraut dem Prozess und misstraut Strukturen aus Prinzip: Wozu ist das wirklich gut, was wir hier tun? ist die leitende Frage. Dieses Programm liebt es, neue Systeme und Verfahren zu entwickeln – und es hat Schwierigkeiten, ihnen dauerhaft zu folgen!

Unterschiede – Gleichheit

In dieser Polarität werden Zusammenhänge und Ordnungssysteme codiert:

Das Metaprogramm „Unterschiede“ fokussiert auf die Verschiedenheit der einzelnen Elemente, die Unterschiede zwischen Menschen und Dingen. Hier fällt es sofort auf, wenn etwas neu ist! Dieses Metaprogramm mag Veränderung und braucht Neues wie die Luft zum Atmen.

Das Metaprogramm „Gleichheit“ nimmt vor allem Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Elementen wahr. „Letztlich gibt es nicht wirklich etwas Neues unter der Sonne“ ist die Hymne dieses Metaprogramms. „Das ist genau wie…“, „das kenn ich von…“ sind Ausdruck eines sorting styles, der vor allem schon bekannte Informationen wahrnimmt – und der Stabilität mag.

Mangel – Fülle

unvollständig – vollständig

mismatching – matching

Ist das Glas halb leer oder halb voll: Sieht man zuerst den Mangel oder die Fülle? Worauf lenkt sich die Aufmerksamkeit?

Das Metaprogramm „Mangel“ stimmt eine neue Wahrnehmung damit ab, ob alle Kriterien erfüllt sind und bemerkt so, was fehlt, was nicht stimmt. Es ist das Kritiker-Metaprogramm schlechthin.

Das Metaprogramm „Fülle“ findet das Gemeinsame und „übersieht“ das, was nicht gut ist. So ist es eine harmonische Basis für das Miteinander arbeiten – allerdings werden so auch kaum deutliche Worte gesprochen.

Metaprogramme bilden immer polare Paare
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