NLP in Bamberg

heike kellner-rauch | mach doch einfach, was Du wirklich! willst

Neurologische Ebenen

Modeling – das Grundprinzip des NLP

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Eigentlich ist NLP an sich nichts anderes als das Modeling bekannter und bewährter Strategien und Techniken. Von Anfang an ging es darum, herauszufinden, was funktioniert und wie es funktioniert – so, dass das Bewährte auf das Neue übertragen werden kann.

Als Tool dient Modeling dazu, Verhaltens- und Denkstrategien von der einen Situation in eine andere Situation zu übertragen. Wenn ich z.B. in beruflichen Zusammenhängen supergut Kontakte knüpfen und pflegen kann, kann ich diese Strategien auch nutzen, um im privaten Umfeld mit Menschen in Kontakt zu kommen. Und: Wenn ich mir dieser Strategie bewusst geworden bin („Wie mache ich das eigentlich?“), dann kann ich sie auch weitergeben, dann kann ich sie anderen lehren.

Das gilt für meine eigenen Handlungs- und Denkweisen, das gilt aber auch für die anderer Menschen: Strategien, die jemand anwendet, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, eine bestimmte Fähigkeit zu leben, überhaupt auf eine bestimmte Art zu leben oder auf eine bestimmte Art und Weise zu denken, zu handeln, zu analysieren oder zu beschreiben, können auch auf eigene Lebenssituationen übertragen werden.

Unbewusst geschieht das häufig: Das Lernen am Modell ist der pädagogische Begriff dafür, die Warnung „das ist kein guter Umgang für Dich“ vielleicht die zugehörige Elternbotschaft.

Menschen können dieses Phänomen jedoch auch absichtsvoll nutzen, um durch Modeling die eigene Entwicklung, das eigene Lernen zu beschleunigen.

Im Idealfall kann ich mir einen realen Menschen „zum Vorbild“ nehmen und ihn zu seinen Strategien interviewen: „Sag mal, wie machst Du das eigentlich genau…“.

Nun ist das oft nicht so einfach möglich (allerdings: Es geht öfter, als man so glaubt…!), dann kann ich mir mein Bild, das ich von diesem Menschen und seinen Denk- und Verhaltensweisen habe, bewusst machen, analysieren und für mich selbst neue Denk- und Verhaltensweisen entwerfen. In NLPspeech heißt das, die „mentalen Strategien“, also die Prozesse, die im Inneren eines Menschen, zu modellieren. Dazu gehören die Werte und Glaubenssätze eines Menschen, die seine prinzipielle Einstellung zur Welt und zum Menschen formen – also das, was man mit „Haltung“ bezeichnet.

Ein Arbeitsblatt im pdf-Format für das Selbstcoaching finden Sie hier: Viel Freude bei diesem Prozess! Mit diesen „schlauen Fragen“ bekommen Sie einen ersten Einblick, wie Modeling fragt – wenn Sie mehr wissen wollen, lesen Sie weiter!

Der Modeling-Prozess im (Selbst-)Coaching durchläuft mehrere Phasen:

  1. Elizitation: Hier geht es um das identifizieren und beschreiben der Strategien und des Verhaltens eines Anderen
  2. Utilisation: Das was in der ersten Phase gefunden wurde, wird analysiert und für das eigene Leben und Handeln nutzbar gemacht
  3. Installation neuer Strategien und Verhaltensweisen

 

Auch im Selbstcoaching können Sie diesen Prozess vollziehen:

Vor dem Modeling: Zielbestimmung

Welche Fähigkeit und Eigenschaft möchte ich entwickeln? Für welche Situation wünsche ich mir eine neue Denk- oder Verhaltensweise? Woran werde ich erkennen, dass das Modeling erfolgreich war?

Phase 1 des Modeling: Elizitation

Wen kenne ich, der das kann? Welche Person hat diese Eigenschaft?
Finden Sie wenn möglich mehrere Personen – es dürfen auch VIPs, Comichelden oder literarische Figuren sein! Gehen Sie den nächsten Impulse jeweils für eine Person nach, sammeln Sie – lassen Sie sich Zeit! Und dann forschen Sie nach den Strategienen der weiteren Personen…

Was schätze ich an dieser Person ganz besonders?

Was weiß ich über diese Person bereits, wo kann ich mehr erfahren?
Tauchen Sie ein in die Welt dieses Anderen, lesen Sie Interviews oder Biografien, sprechen Sie die Person direkt an und reden Sie direkt mit ihr! Beobachten Sie diese Person, so intensiv es Ihnen möglich ist. Es geht darum, dass Sie eine detailreiche Vorstellung von diesem Anderen bekommen, sie „in dessen Haut schlüpfen“ können.

Wenn Sie eine Vorstellung dieser anderen Person haben, führen Sie ein Interview – und antworten SIE so, als ob Sie der Andere wären!

Ein solches Interview könnte diese Fragen stellen:

  • Was tun Sie, wie genau tun Sie das? Gibt es eine bestimmte Reihenfolge, die wichtig ist? Was sehen, hören, denken Sie zuerst – und was kommt dann?
  • Welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf, wenn Sie das tun? Was fühlen Sie, wenn Sie so handeln? 
  • Worauf richten Sie Ihre Aufmerksamkeit? 
  • Wodurch ist es Ihnen möglich das zu tun was Sie tun und es auf diese Weise zu tun?
  • Was ist Ihnen wichtig dabei? Was wollen Sie damit erreichen – und was verhindern?
  • Was denken Sie dabei über sich selbst und über das, was Sie da tun?
  • Was denken Sie über die Welt, nach welchen Regeln funktioniert die Welt?
  • Was würden Sie sagen: Wer sind Sie denn in solchen Momenten, in denen Sie so handeln, was macht Sie da als Person aus? Wie ginge denn der Satz „Ich bin dann ein…“ weiter?
  • Was ist so Ihre Idee, aus welchem Grund tun Sie das was Sie tun? Erzählen Sie mir Ihre Geschichte, wie Sie dazu kamen!
  • Was treibt Sie an, genau das auf genau diese Weise zu tun? Was gibt Ihnen denn da Sinn? Wie passt das alles in Ihr Konzept von Leben, wie ist das da eingebunden?
  • Welchen „Faustregeln“ folgen Sie – was ist Ihr inneres Gesetz, die für Sie verbindlichen Optionen und Regeln? 
  • Gibt es für all das ein Symbol – welches Bild taucht da in Ihnen auf, wenn Sie mir das so erzählen? Haben Sie einen besonderen Sinnspruch oder eine typische Geste?

Hören Sie genau hin: Wie spricht der Andere? In welcher Lautstärke, mit welcher Stimmlage, in welchem Tempo? Sind da viele Pausen zwischen den Sätzen oder „spricht er wie gedruckt“? Welche Verben benutzt er häufiger: können, sollen, dürfen oder müssen? Spricht er häufiger von „ich“, „du“, „man“, „wir“ oder vom „es“? Erzählt er mehr von den Möglichkeiten oder von den Risiken, mehr von den Ursachen oder von den Konsequenzen?

Schauen Sie genau hin: In welcher Körperhaltung ist der Andere da? Welche Gesten nutzt er und was fällt Ihnen an seiner Mimik auf? Wie ist die Körperspannung, wie bewegt er sich?

Freunden Sie sich sozusagen virtuell mit dieser Person an, bekommen Sie ein Gefühl dafür, WIE der Andere denkt und handelt – und gehen Sie diesen Weg auch mit anderen Vorbildern und Personen, die das verwirklichen, was Sie gerne leben möchten.

Phase 2 des Modeling: Utilisation

Sie haben jetzt eine ziemlich Sammlung von Informationen über die Strategien und Verhaltensweisen anderer Personen: Was unterscheidet diese Person(en) von Anderen, was ist das Besondere, das Spezielle an Ihnen – was haben diese Personen gemeinsam? 

Finden Sie die klaren signifikanten Faktoren, die diese Person(en) ausmachen, was das Wesentliche an ihnen ist. Stellen Sie Regeln auf: Jemand, der das kann/ist, der….

Was davon ist für Sie attraktiv, wo spüren Sie: Das könnte mir helfen, mein Ziel zu erreichen!

Und: Ein „das ich kann ich nieeeee!“ gilt hier nicht. Sie haben diese Strategien und Verhaltensweisen an der anderen Person erkannt, also scheint etwas in IHNEN zu stecken, dass da ent-wickelt werden möchte und nur darauf wartet, ans Tageslicht zu kommen.

Was von diesen Strategien und Verhaltensweisen haben Sie denn eigentlich in Ihrem eigenen Leben schon einmal verwirklicht? Wann war das denn – und welche Konsequenzen hatte das?  

Phase 3 des Modeling: Installation

Suchen Sie sich zwei, drei konkrete Verhaltensweisen, Denkstrategien oder Glaubenssätze über sich selbst und die Welt heraus und stellen sich vor, genau das zu tun. In welcher Situation, werden Sie genau das auf diese Weise tun? Was verändert sich für Sie im Vergleich zum Gewohnten? Was ist anders? Gefällt Ihnen das? Hilft Ihnen das, glücklicher und zufriedener in der Welt zu sein? Was wird dadurch für Sie möglich?

Denken Sie an den Öko-Check: Was wird dann passieren? Sind sie bereit diesen Preis zu zahlen?

Und nun denken Sie an die Situation, für die sie das Modeling gemacht haben: Stellen Sie sich vor, Sie sind genau da – sie sehen, was es zu sehen gibt und hören, was es zu hören gibt und erleben sich selbst, wie sie genau das verwirklichen, was Sie sich jetzt erarbeitet haben. Erleben Sie das mit allen Sinnen, kosten Sie die Situation aus – und freuen Sie sich, auf das, was die Zukunft bringen wird!

 

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