Die Neurologischen Ebenen sind ein wichtiges und hilfreiches NLP Modell. Dieses Modell geht davon aus, dass  jedes Ereignis gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen stattfindet: Auf der Ebene von Umwelt – Verhalten – Fähigkeiten – Werte & Glaubenssätze – Identität & Rolle – Mission & Zugehörigkeit – Symbol.

Diese Neurologischen Ebenen sind hierarchisch strukturiert, d.h., die übergeordnete Ebene organisiert die Informationen der darunter liegenden: Wenn sich etwas verändern soll, dann muss sich zuerst etwas auf einer höheren Ebene verändern.

Probleme müssen also zumindest auf der gleichen, sinnvoller Weise jedoch auf einer höheren Ebene, gelöst werden. Eine Veränderung auf einer unteren Ebene verändert nicht unbedingt die höhere Ebene – aber eine Veränderung „oben“ zieht notwendig Veränderung auf unteren Neurologischen Ebenen nach sich. Lernen auf hohen Neurologischen Ebenen zieht zwingend Veränderungen an der Basis nach sich!

Allgemein gilt: Je höher die Ebene der Veränderung, desto nachhaltiger die Veränderung! So kommt auch der Öko-Check nochmals ins Spiel: Wenn es mit einer erwünschten Veränderung nicht so funktioniert, wie es erwünscht ist, kann es sich lohnen zu prüfen, ob eine höhere Neurologische Ebene die Veränderung sabotiert…

Je höher die Ebene angeordnet ist, umso abstrakter bzw. metaphorischer werden die Aussagen über eine Situation. Auf der Ebene der Umwelt kann sehr konkret gesprochen werden: Das sehe, höre, spüre ich… Die Ebene des Symbols ist eine Metapher.

Ziel der Arbeit mit den Neurologischen Ebenen ist es – neben dem allgemeinen Einsatzmöglichkeiten, die Ebenen in einen stimmigen Einklang zu bringen, sie zu harmonisieren. Damit wird die Performance des Menschen für Andere authentischer und kongruenter. Das NLP-Tool dafür heißt „Alignment“.

 

Das Erforschen der Neurologischen Ebenen – Arbeit mit Bodenankern

Beginnen Sie bei der Ebene „Umwelt“:

Worum geht es – in welchem Kontext, von welcher Situation ausgehend, wollen Sie nun die Neurologischen Ebenen erforschen?

Als Übung für eine Seminargruppe: Denken Sie bitte an eine Situation, in der Ihnen etwas so richtig gut gelungen ist, an etwas, worauf Sie so richtig stolz sind.

Wo sind Sie gerade? Wer ist noch dabei? Was nehmen Sie in diesem Raum wahr? Was gibt es da zu sehen, zu hören, zu schmecken, zu riechen, zu spüren…? Was erleben Sie hier in dieser Situation? Worauf ist Ihr Fokus gerichtet? Wie ist Ihre Körperhaltung?

Tritt bewusst einen Schritt vor und betrete damit die Ebene Verhalten:

Werden Sie sich jetzt bewusst, wie Sie sich verhalten: Was tun sie – und was tun Sie nicht? Wie reagieren Sie auf Ihre Umwelt? Was genau tun Sie da? Welche Aufgaben haben Sie? Wie genau verhalten Sie sich? Achten Sie auch auf Ihren Atem und die Spannung in Ihren Muskeln. Was fällt Ihnen an ihrer Mimik und Gestik auf? Wie klingt Ihre Stimme, ist sie laut oder leise, hoch oder tief, schrill oder sonor – welche Worte verwenden Sie? Wie genau sprechen oder schweigen Sie?

Tritt bewusst einen Schritt vor und betrete damit die Ebene Fähigkeiten:

Welche Fähigkeiten haben Sie, damit Sie das so tun können, wie sie es tun? Welche Fähigkeiten setzen Sie bewusst ein, damit dieses Verhalten möglich ist? Was können Sie besonders gut, was geht Ihnen leicht von der Hand? Hardskills & Softskills, fachliche und personale Kompetenz… Wie tun sie das, was sie tun? Welche Ihrer Fähigkeiten ist hier gerade am Wichtigsten und kommt am deutlichsten zum Zuge?

Tritt bewusst einen Schritt vor und betrete damit die Ebene der Überzeugungen und Glaubenssätze und der Werte:

Was denken Sie über sich und die Welt in dieser Situation? Wovon sind Sie wirklich überzeugt? Was denken Sie über Ihre Fähigkeiten? Was glauben Sie, was in dieser Situation richtig und falsch ist? Was ist hier erlaubt, geboten und verboten? Welche Sätze hören Sie mit Ihrem Inneren Ohr, welche davon motivieren und fördern, welche hemmen?

Was ist Ihnen wichtig? Wirklich wichtig? Wirklich, wirklich, wirklich wichtig? Was motiviert Sie, sich so zu verhalten und so Ihre Fähigkeiten einzusetzen, so über die Welt und die Menschen zu denken? Was wollen Sie fördern, was verhindern? Was wollen Sie erreichen und was vermeiden, was lehnen Sie ab? Was von all dem wird in dieser Situation deutlich?

Tritt bewusst einen Schritt vor und betrete damit die Ebene der Identität & Rolle:

Wie sind Sie hier? Wenn Sie so denken und handeln, wie Sie denken und handeln – aus welcher Facette Ihrer Persönlichkeit heraus tun Sie in dieser Situation? Welche Rolle haben Sie? Wie erleben Sie sich in dieser Situation? Wer sind Sie in dieser Situation, wie können Sie ihr Selbstverständnis beschreiben? Wie ergänzen Sie in dieser Situation diese Sätze „Ich bin…“, „Ich sehe mich als…“?

Geh noch einen Schritt nach vorne und betrete die Ebene von Mission & Zugehörigkeit – und der Spiritualität:

Hörst Du in dieser Situation einen inneren Auftrag, steht Dir eine Vision vor Augen, die Dich leitet? Wem oder was sind Sie damit nahe und zugehörig, bei wem sind Sie zu Hause? Was macht da Sinn? Was ist die Essenz des Ganzen? Wo gehörst Du dazu in all dem?

 

Wenn Sie nun all das, was Sie jetzt erlebt haben, zusammen nehmen: Welche Überschrift möchten Sie all dem geben? Welches Gefühl ist da in Ihnen lebendig, wie drückt sich das aus, in Ihrem Körper? Was hören Sie in Ihrem Innen? Welches Bild steht vor Ihrem Inneren Auge?

Es kann gut sein, dass in Ihnen etwas Neues lebendig geworden ist, dass Sie erst auf dieser Ebene bewusst wahrnehmen können. Genieße all das und koste es aus, lass all dies sich in Dir ausbreiten, so dass es Dich ganz durchdringen kann – und gehe mit dieser Erfahrung den Weg wieder zurück:

 

Was verändert sich dadurch

– auf der Ebene der Zugehörigkeit… Sei aufmerksam und bemerke, was in Dir gerade eben lebendig ist, ob sich vielleicht etwas verändert hat oder Du Dir noch klarer bist, darüber, was die Essenz des Ganzen ist und wo Du zu Hause bist

Gehe weiter auf die Ebene der Identität… Was macht Dich aus, wer bist Du?

Und während sich dieses Wissen in Dir ausbreitet gehe auf die Ebene Deiner Werte und Überzeugungen… Sei aufmerksam und neugierig, was Du hier Neues entdecken kannst und was sich in Dir verändert – welches ist die große Erlaubnis, die Du jetzt vor Deinem Inneren Ohr hören kannst?

Nimm bewusst diese Erfahrungen mit auf die Ebene Deiner Fähigkeiten, die Dir jetzt vielleicht noch mal ganz neu bewusst werden

und schließlich auf die Ebene des Verhaltens… Wie verändert sich dein Erleben des konkreten Kontextes, der konkreten Situation, von der aus, Du die Neurologischen Ebenen erforscht hast.

 

 

Die Neurologischen Ebenen können auf ähnliche Weise auch Vorstellungs- und Mitarbeitergespräche, Texte, elevator pitches, Reden…strukturieren […]

 

Die Neurologischen Ebenen: Was ist das?
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