„Ankern“ ist ein NLP-Begriff für ein bekanntes Phänomen: Bestimmte Reize sind mit bestimmten Reaktionen verbunden. Für den einen ist es der Geruch eines bestimmten Putzmittels, der ausreicht, um an die eigene Schulzeit zu denken; Die andere hört ein bestimmtes Lied und denkt automatisch an einen schönen Sommerurlaub mit einem netten Mann. Und es bleibt nicht nur beim Denken: Es stellen sich automatisch die Gefühle ein, die mit dieser Situation verbunden sind. Ob es die Angst in den dunklen Gängen im Keller einer Schule ist, die ein sechsjähriges Mädchen empfunden hat, als sie jeden Donnerstag zum Handarbeitsraum musst oder ob es da wohlige Gefühl eines sandigen Kusses am Strand ist – gepaart mit der leisen Trauer, dass diese Zeit vorbei ist. Das kann ein Putzmittel oder ein Lied im Radio auslösen.
Solche von außen kommenden Reize, aber auch innere Auslöser, wie innere Bilder oder innere Stimmen (= Gedanken) lösen eine bestimmte Vorstellung oder eine Serie von Vorstellungen/Strategien aus: ein bestimmtes Gedankenmuster oder Handlungsmuster, das durch eine Kleinigkeit angetriggert ist. Im Prinzip kann jede innere Reaktion an einen (äußeren) Reiz gebunden werden.

Viele Redewendungen erzählen davon: Wenn mir ’noch etwas in den Knochen steckt‘ ist das ein Hinweis darauf, dass eine Situation in meinem Körper (Gehirn – neuronale Verbindungen) seine Spuren hinterlassen hat.
Das funktioniert bei unerwünschten (Gefühls-)Zuständen wie auch im Positiven. So können Anker auch bewusst genutzt werden, um lebendige, energiereiche – ressourcevolle – Zustände gezielt herbei zu führen.

Diese Spuren des Vergangenen können auf jedem Sinnenskanal (vakog) abgespeichert sein. Erinnerung ist so vielfältig abrufbar. Anker können akustisch sein, visuell, kinästhetisch, olfaktorisch oder auch gustatorisch: So schmeckt der Sommer! Anker sind allgegenwärtig – immer wenn ein Mensch „automatisch“ auf etwas reagiert – oder sich automatisch ein bestimmtes Gefühl einstellt, kann man davon sprechen, dass ein Anker gesetzt ist. Das gilt für (früh-)kindliche Erfahrungen von Angst und Kränkung (Deine Augenbrauen – meine Wut), aber auch für positive Erlebnisse mit bestimmten Dingen.

Zur Freiheit des Menschen gehört es, sich solcher Vorprägungen bewusst zu werden – und somit entscheiden zu können, auf welchen Anker ich bewusst reagieren will und auf welchen nicht. Im Eigentlichen geht es darum, die Wahlmöglichkeiten groß zu halten und nicht wie „ferngesteuert“ auf etwas unbewusst und alternativlos zu reagieren.

Zur emotionalen  Freiheit und zu einem glücklichen Leben gehört die Fähigkeit, meinen Zustand zu gestalten und zu wählen, wie ich mich fühlen will. Emotionale Freiheit bedeutet nicht, niemals wieder einen ressourcearmen Zustand zu erleben, sondern vielmehr, diesen Zustand klar wahrzunehmen, damit umzugehen und die eigene Reaktion zu wählen.

Jeder erlebt im Alltag ressourcearme Zustände. Das ist normal und auch notwendig. Es ist gut zu fühlen, was man wirklich fühlt, zu spüren, ob und wovor man gerade Angst hat, was mich gerade kränkt. Allerdings ist man dem nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Oft kann es gelingen, den inneren Zustand bewusst zu beeinflussen – den Energieräubern eine Kraftquelle entgegen zu setzen. Es geht dabei darum die Wahl zu haben: Im ressourcearmen Zustand das unangenehme Gefühl zu betrachten und zu bearbeiten, oder es einzupacken und den Zustand zu verändern.
Ein ressourcearmer Zustand kann zunächst einmal unterbrochen werden – so dass ich mich erstmal wieder ’normal‘ fühle und im Vollbesitz meiner kognitiven Möglichkeiten bin. Ich wieder überlegt handeln kann – und so z.B. die Entscheidung treffen kann, diesem Gefühl die Aufmerksamkeit zu geben.

Ankern ist im NLP eine Basistechnik, die in fast allen NLP-Formaten enthalten ist.

Ressourcevoll leben – Ankertechniken nutzen
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