Erfahrungen sind immer sinnesspezifisch abgespeichert. Die Form meiner Erinnerungen und meiner Vorstellung von der Zukunft ist in visuelle, akustische, kinästhetische, olfaktorische und gustatorische „Begriffe“ gekleidet: Ich sehe Innere Bilder, höre Innere Stimmen und Dialoge, spüre Körperreaktionen, verbinde einen Geschmack und einen Geruch damit. Diese vakog-Modalitäten haben jeweils Unterkategorien, die Submodalitäten. Jede Vorstellung über die Vergangenheit (Erinnerung) oder die Zukunft hat eine bestimmte submodale Struktur.

Diese submodale Struktur ist die Form meiner Vorstellung, die mit dem Inhalt des Geschehenen nur wenig zu tun haben muss: Sie bestimmt die Farben meiner Inneren Bilder, den Klang meiner Inneren Dialoge, die Textur meiner Empfindungen. Und meist hat das einen großen Einfluss darauf, wie ich mich fühle – oder besser: Ob ich mich in einem ressourcereichen Zustand oder in einem Problem-State erlebe – welche emotionale Qualität diese Vorstellung also hat.

Die Veränderung der Submodalitäten verändert das Empfinden einer Situation

In der Arbeit mit Submodalitäten kann ich meine Erinnerungen und Zukunftsvorstellungen, meine Innere Wirklichkeit, meine Innere Landkarte verändern. Dabei verändert sich nicht der Inhalt eines Erlebnisses – aber die Form und die emotionale Qualität der Vorstellung: Arbeit mit Submodalitäten ist Zustandsmanagement.

Jede Modalität – also jeder Sinneskanal bzw. jedes Repräsentationssystem (vakog) – hat eigene Unterkategorien: Visuelle, auditive und kinästhetische Submodalitäten.

Submodalitäten können in analoge und digitale Submodalitäten unterschieden werden: Analoge Submodalitäten können stufenlos verändert werden (vergleichbar mit dem Dimmer der Wohnzimmerbeleuchtung): Helligkeit, Lautstärke, Intensität einer Inneren Repräsentation können skaliert und graduell verändert werden. Digitale Submodalitäten sind entweder „an“ oder „aus“, hier gilt ein entweder – oder: Entweder ist ein Bild farbig oder es ist schwarz-weiß!

Ich kann die Submodalitäten meiner Inneren Wirklichkeit verändern, indem ich z.B. die Stimme, die in mir ganz zaghaft sagt „Mach mal Pause“ wie mit einer Fernbedienung lauter stelle. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich dann auf sie höre (aka: dass ich Pause mache), steigt damit deutlich an. Allerdings kann es sein, dass dann die Stimme in mir, die meint, dass dieser Artikel fertig werden muss, ziemlich schrill und laut wird. Die Veränderung einer Submodalität zieht also unter Umständen auch eine – nicht zwingend beabsichtigte – Veränderung anderer Submodalitäten nach sich: Wenn das so ist, geht es um Kritische Submodalitäten: Die Submodalitäten, die einen Unterschied machen, die meine Stimmung, meinen Zustand und schließlich mein Handeln verändern.

Übrigens: An diesem Beispiel wird auch gut deutlich, dass die Veränderungsarbeit mit Submodalitäten die Form (hier die Lautstärke meiner Inneren Stimmen) und nicht deren Inhalt (Pause vs. Fertigstellung) meint!

Natürlich ist auch bei der Arbeit mit Submodalitäten der Blick auf die Ökologie einer etwaigen Veränderung wichtig: Was ist das Gute an dem, was ist? Welchen Nutzen hat für mich diese bestimmte Vorstellung von der Wirklichkeit, die ich in mir habe?

 

Photo by Julien Andrieux on Unsplash

Submodalitäten
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