Wie – auf welche Weise – ich etwas wahrnehme, hängt von meinem Abstand zur Sache ab: So schaut ein Marienkäfer mit supergeringem Abstand aus wie ein riesiges Schwarzes etwas, mit etwas mehr Abstand wie etwas Rotes mit einem schwarzen Punkt und erst mit ein bisschen Entfernung kann ich „das Ganze“ erkennen.
NLP arbeitet lösungsorientiert und nutzt deshalb die Metaebene, einen relativ großen Abstand, um (negative) Emotionen zurück zu fahren bzw. um sich nicht an negative Gefühle zu binden und umgekehrt kann die DU-Position helfen, besser mit dem Anderen klar zu kommen – und der Blick auf mich selbst hilft mir, meine Bedürfnisse und Gefühle zu entdecken, meine Ressourcen, meinen eigenen Standpunkt.

1. Die assoziierte Ich-Position/Wahrnehmungsweise

Ich bin mitten drinnen in meinem eigenen Erleben und eng verbunden mit meinen Gefühlen. Assoziiert heißt: Ich tauche ganz in ein Erleben ein, mit Haut und Haar. Dieses Erleben verläuft auf allen Sinneskanälen und ist (wie) meine Gegenwart. Das ist gut, wenn man eine Ressource erleben will – schlecht, wenn es um ein Problem geht, dann sieht man nämlich nur noch schwarz… In dieser Position kann man nicht zwischen Beschreibung und Bewertung unterscheiden! Der Nutzen dieser ersten ICH-Position ist, dass ich konzentriert bei mir selbst sein kann, meine eigenen Bedürfnisse, Gefühle, Wünsche und Sichtweisen erkenne. Hier habe ich Zugang zu meinem eigenen Standpunkten und öffne damit die Tür zu meinen Ressourcen.

Wenn ich nur in der ICH-Position wäre, würde ich unflexibel werden und die Chance, die Dinge auch aus anderen Perspektiven zu sehen, würde verstreichen.

2. Die dissoziierte Ich-Position
Hier bin ich die Beobachterin meines eigenen Erlebens – ich sehe mich selbst wie von außen und habe innere Distanz zu meiner eigenen Wahrnehmung und zum Geschehen, ebenso zu den damit verbundenen Gefühlen. Ich schaue mir mich und mein Erleben wie in einem Film an und sehe mich wie mit den Augen eines Zuschauers. Ich kann mich selbst sehen und beschreiben, wie ich gerade eben handle: Ich beobachte mich selbst. Der Vorteil ist, dass ich nicht voll beteiligt bin bzw. ich den Grad meiner Beteiligung steuern kann.

3. Die Du-Position
Ich sehe und höre das Verhalten einer anderen Person, kann mich in eine andere Person hineinversetzen und so ihre Wirklichkeitskonstruktionen, Glaubenssätze, ihre Bedürfnisse und Gefühle, ihr Denken erahnen und erspüren. Ich sehe die Welt mit den Augen des Anderen. Das bietet mir die Möglichkeit, mich in den Anderen einzufühlen, zu erfahren, (was ich darüber glaube,) wie der andere die Lage einschätzt. Die Du-Position ist die Position der Empathie: Ich kann mich mitfreuen und mitleiden, ich bin einigermaßen emotional beteiligt an dem was geschieht.
Diese Wahrnehmungsposition bietet, z.B. in Konfliktfällen, die Möglichkeit, hinter dem Verhalten des Anderen, dessen positive Absicht herauszufinden

4. Meta-Position – Der externe Beobachter, wie ein Vogel oder wie der Fensterputzer
Hier geht man innerlich und äußerlich einige Meter zurück: Es ist der Blick von oben auf die Situation: emotional relativ unbeteiligt, rein beschreibend, ohne Bewertungen und mit wenig Emotionen. Diese Ebene hilft einen Prozess oder eine Beziehung mit Abstand zu sehen – ihn zu analysieren und zu kommentieren.
In dieser Wahrnehmungsposition sind die Sinneswahrnehmungen sehr genau. Systemspielregeln, Strukturen – und eben auch Lösungsansätze – liegen in dieser Perspektive deutlich vor Augen. Die nüchtere und distanzierte Betrachtungsweise verkennt aber manchmal auch die Macht und die Wichtigkeit der Gefühle.

Wahrnehmungspositionen
Markiert in:     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.