Metaprogramme sind individuelle Wahrnehmungsfilter, die die Komplexität der Realität reduzieren und „mein Bild der Wirklichkeit“, meine Innere Landkarte konstruieren. Sie sind Muster in mir, die mich Informationen auf eine ganz bestimmte Art und Weise wahrnehmen lassen, sie auf eine ganz bestimmte Art und Weise sortieren (deshalb werden sie manchmal auch ’sorting styles‘ genannt) und die schließlich mein Verhalten orientieren.

Jeder Mensch verzerrt, tilgt und generalisiert Informationen! Und jeder bevorzugt dabei seine eigene Weise das zu tun und die viel zu informative Realität zu filtern.

Wenn man so will: Metaprogramme sind die grundlegenden Prinzipien, nach denen Menschen ihre Umwelt wahrnehmen und die so bestimmen, wie ein Mensch denkt und handelt, was ihn motiviert und nach welchen Kriterien er Entscheidungen trifft. Sie machen das aus, was man oft „die Persönlichkeit“ nennt.

Sie funktionieren meist ziemlich automatisch und unbewusst – sie sind die gewohnten Muster und Strukturen, wie ich in der Welt unterwegs bin. Metaprogramme steuern, welche Informationen ins Bewusstsein kommen. So legen sie Menschen fest („programmieren ihn“), bestimmen Wahrnehmung, Denken und Handeln.

 Metaprogramme werden als Paare von Polaritäten dargestellt: In der Realität sind sie selten in ihren extremen Ausprägungen vorhanden!

Menschliches Wahrnehmen, Denken und Verhalten spielt sich immer zwischen diesen Polen ab – mal mehr auf der einen Seite, mal mehr auf der anderen Seite. Zu welchem Pol hin das Verhalten in einer konkreten Situation tendiert ist v.a. abhängig von dieser Situation, von diesem Kontext!

Und so ist es auch sinnlos, sich darüber zu streiten, „welches Metaprogramm das Bessere“ sei: Jedes Verhalten hat in einer bestimmten Situation einen ganz besonderen Sinn. Aber halt nicht jedes in jeder…

Jede Person hat ihr eigenes Set an bevorzugten Metaprogrammen. Es macht Sinn, die eigenen Präferenzen kennen zu lernen, darüber schlau zu werden, wie man selbst Informationen verarbeitet: So können die eigenen Denk- und Verhaltensmöglichkeiten erweitert werden!

Umso besser ich diese Muster und Strukturen kenne, umso mehr Freiheit habe ich, mich (anders) zu verhalten!

Wenn ich meine eigenen Wahrnehmungsgewohnheiten kenne, kann ich mich in meinem Verhalten besser verstehen – und muss mich nicht verurteilen, wenn ich etwas auf meine individuelle Art und Weise tue. Ich kann lernen das zu schätzen und darin meine Stärke finden, meine Fähigkeiten richtig einsetzen – anstatt verzweifelt zu versuchen „das Richtige“ zu tun. Und: Ich kann mich bewusst zu dem gegenüberliegenden Pol hin entwickeln und so die Welt auch mal anders wahrnehmen, als ich das gewohnt bin.

Auch im Umgang mit anderen Menschen ist eine Ahnung von Metaprogrammen hilfreich:“Unerklärliche“ Reaktionen eines Gesprächspartners werden vielleicht etwas besser verständlich, wenn ich die Metaprogramme erkenne, die vielleicht hinter seiner Denk- und Verhaltensweise in dieser Situation stehen. Ich kann lernen, dieses „anders sein als ich“ zu akzeptieren und zu schätzen: Denn nur beide Seiten zusammen bilden das Ganze! Mit dieser Einstellung gelingt es mir leichter, Rapport aufzubauen zu dem, dessen Verhalten mir so fremd erscheint: Damit werde ich flexibel in meiner Kommunikationsfähigkeit!

Übrigens: So richtig spannend wird die Arbeit mit Metaprogrammen, wenn mich das Verhalten eines anderen Menschen so richtig richtig auf die Palme bringt! Da kann ich einiges über mich selbst erfahren!

Bei der Zusammensetzung von Arbeitsteams macht es Sinn, die unterschiedlichen Sets an bevorzugten Metaprogrammen der Mitarbeiter im Auge zu haben. Auch wenn Verschiedenheit Reibung erzeugt – für die Qualität der Arbeitsergebnisse ist die Vielfalt im Team notwendig! Und: Manche Arbeitsaufgaben sind für manche Metaprogramm-Bevorzuger besser geeignet als für andere… Da kann es den entscheidenden Unterschied machen, wer diese Aufgabe erfüllen soll!

 

Wie tickst denn Du? Metaprogramme

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